Life is either a daring adventure or nothing at all
Taman Negara
Wednesday, September 20th, 2006

Ein total irrer Taxifahrer der die ganze Zeit “Hitler, Hitler – good fighting” gerufen hat als er herausbekam, dass ich aus Deutschland komme hat mich zum Stesen Sentral gebracht. Die Strecke kam mir diesmal sehr sehr lange vor während der Taxifahrer mit mir diskutieren und wissen wollte warum ich den nicht so gut finde. Er hats nicht verstanden. Nach diesem einschneidenden Erlebnis hab ich mich immer als Däne ausgegeben wenn ich von Taxifahrern nach meiner Nationalität gefragt wurde. Holländer lag natürlich auch nah ist aber möglicherweise auch ungünstig: Wikipedia: Malakka – Geschichte

Nun denn, vom Hauptbahnhof bin ich nach Jerantut gefahren und von dort mit Bus und Boot nach Kuala Tahan. Kuala Tahan liegt durch einen großen braunen Fluß getrennt auf der anderen Seite des Taman Negara, was nichts anderes heißt als Nationalpark. Dieser liegt in mitten eines 130 Millionen Jahre alten Regenwaldes. Einem der ältesten primären Regenwälder die noch übrig sind. Neben diversen Touren, wie Nachtwanderungen oder Safaries gibt es im Park ein Highlight, den Canopy-Walk. Dieser befindet sich bis zu 45 Metern in den Baumkronen und ist über 500 Meter lang. Echt ein tolles Erlebnis. Besonders beeindruckend ist seltsamer Weise der Blick nach oben. Man befindet sich bereits 45 Meter im Baum und selbiger erstreckt sich nochmal mindestens die gleiche Strecke dem Himmel entgegen. Wahnsinn!

Ich auf einer Hängebrücke des Canopy Walk

Hängebrücke des Canopy Walk


Lustig sind hier auch kleine Blutegel, die nicht wie bei uns im Wasser schwimmen sondern einfach auf dem feuchten Boden leben und ihren Hals nach oben recken auf der Suche nach Blut. Viele hatten die Beine nach einer Wanderung im Dschungel voll und tauschten Tipps aus, wie man sie am besten entfernt. Feuerzeug dranhalten zum Beispiel. Danach sieht man furchtbar aus, weil das dünne Blut, vermischt mit Schweiß einem in Strömen das Bein entlang fließt. Halb so schlimm, macht aber ein geiles Foto. Selbst nach drei Tagen hat mich keines dieser Mistviecher gebissen. Ich hab mir einmal einen in die Socken gesteckt und bin weiter gelaufen. Als ich wieder nachgeschaut habe war er natürlich weg.
Ich, ziemlich dünn geworden

Dünn geworden


Ohne Blutegelerinnerung bin ich zurück nach Kuala Lumpur gefahren. Ich hab es dann tatsächlich nochmal auf die Twin Towers geschafft und hatte schon Pläne meinen Geburtstag mit Leuten die ich aus dem Guesthouse kannte in einem edlen Club zu feiern der auf einem der höchsten Hotels der Stadt liegt. Abends bekam ich dann allerdings recht plötzlich recht hohes Fieber. Mir gings so schlecht, dass ich mich von einem Taxifahrer in ein gutes Krankenhaus habe fahren lassen. Der Arzt untersuchte mich kurz (in etwa Rachen gucken, Blutdruck, fertig) und stellte die Diagnose Lebensmittelvergiftung. Okay.
Der nächste Morgen beginnt wieder mit über 40 Grad Fieber trotz Medikamenten. Ich bekomme es richtig mit der Angst zu tun und will jetzt unbeding einen Malaria-Test machen lassen. Die Besitzerin des Guesthouse begleitet mich in ein nahegelegenes Krankenhaus da sie eh was für ihre Mutter abholen möchte. Sie macht mir noch Mut und meinte wenn ich Malaria hätte wäre ich am nächsten Tag bestimmt in der Zeitung, das käme nämlich da wo ich wo war nicht mehr vor. Stimmt glaube ich nicht ganz aber ich hatte wirklich keine. Oder es war noch nicht nachweisbar! Der Arzt diagnostiziert diesmal nach zweimal mit dem Finger auf den Bauch klopfen eine Lebensmittelvergiftung. Strange!

Am nächsten Tag nehme ich, obwohl es mir noch immer beschissen geht den Nachtzug nach Singapur.

Posted in Malaysia, Weltreise 2006/07

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