Life is either a daring adventure or nothing at all
Singapur
Sunday, October 1st, 2006

In Singapur angekommen vegetiere ich zwei Tage in einem Guesthouse so vor mich hin. Ich hab keinen Appetit, bekomme nicht viel zu trinken runter und hab bereits ordentlich abgenommen. Da das Fieber noch immer nicht weg ist und ich es kaum mehr auf die Straße packe um mir was zu Essen zu kaufen (40 Grad und geschätz 100% Luftfeuchtigkeit!) entschließe ich mich mal wieder in einem Krankenhaus vorbeizuschauen. Auch mit dem Gedanken, dass die Standards und Behandlungsmethoden vielleicht eher den gewohnten entsprechen.

Vor mir wartet noch ein Kanadier in meinem Alter auf den Arzt. Wir stellen uns kurz vor und kommen irgendwann situationsbedingt zur Frage was anderen denn hier her verschlägt. Ich antworte und frage zurück:

Kanadier (flüsternd): “STD”
Steven: “Excuse me?!”
Kanadier (ein bisschen lauter): “STD”
Steven (nun akkustisch zwar verstanden…): “Sorry??”
Kanadier (laut): “Sexually Transmitted Diseas!!!”

Oh, ok. Embarrassing enough. Der Kanadier ist vor mir dran und wird vom Arzt empfangen. Nach ihm komme ich ins Behandlungszimmer und werde erstmal vom Arzt gefragt ob ich des Kanadiers Partner sei! Jetzt ists erst richtig peinlich!
Beim anschließenden Blutabnehmen fall ich in Ohnmacht. Ist mir auch noch nie passiert und ich hatte ganz schön Schiss als es mir langsam schwarz vor Augen wurde. Wegen totaler Dehydratisierung sollte ich auf jeden Fall diese Nacht im Krankenhaus bleiben. Am nächsten Tag sollte mein Flieger nach Australien gehen. Das wird knapp. Wenigstens bekomme ich die Single Deluxe Suite und das zum Preis des normalen Doppelzimmers, da nichts anderes mehr frei ist.

Ich in der Deluxe Suite im Mount Elizabeth Krankenhaus, Singapur

Deluxe Suite im Mount Elizabeth Krankenhaus, Singapur


Am nächsten Tag: Blutprobe, Stuhl(Kack)probe, Urinprobe. Das volle Programm und die Nachricht, dass ich meinen Flug absagen darf. Der Arzt möchte gerne auch eine Magen- und Darmspiegelung machen. Premiere! Kann davon eine DVD für Zuhause bekommen werde sie aber später vergessen. Das Fieber, das zwischenzeitlich etwas gesunken war steigt wieder und der Arzt äußert seinen Verdacht auf Dengue-Fieber.

Insgesamt verbringe ich etwa eine Woche am Tropf, fernsehend, mit der Versicherung und der Fluglinie telefonierend im Krankenhaus. Abwechslung bringen manchmal die sehr netten Krankenschwestern, die oft in großen Gruppen kichernd bei mir herein schauen nur um… zu kichern meine ich, vielleicht um mal zu fragen wie es mir geht. War ja sicher auch ein lustiges Bild, die ganzen rumfliegenden Klamotten in Plastiktüten und der große Rucksack in einer riesen Suite mit Marmorbad.
Ich hab wahnsinniges Glück, quasi direkt im Anschluss der Entlassung aus dem Krankenhaus einen Flug nach Cairns zu bekommen. Der nächste dannach wäre vier Wochen später gewesen. Das einzige was ich von Singapur noch sehe sind ein paar Shoppings Malls und den Nachtzoo, den ich aber empfehlen kann. Besonders das begehbare Gehege mit den Flughunden, die einem mit weniger als zehn Zentimeter Abstand über die Köpfe sausen.

Posted in Singapur, Weltreise 2006/07

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