Von Cuzco aus ging es in einer ewigen Busfahrt über Serpentinen bis fast an die Küste nach Nazca. Dort gönnte ich mir nach langer Überlegung doch einen Flug über die Nazca-Linien. Der war trotz zäher Verhandlungen nicht billig zu bekommen. Von Aeropuerto Maria Reiche, benannt nach einer Deutschen, die sich ausgiebig der Erforschung der Linien an nahm, ging es in einem winzigen Flugzeug, das gerade mal Platz für vier Personen bot, los. Die riesigen in den Boden gescharrten Figuren sind faszinierend. Sie sind so groß, dass sie nur aus großer Entfernung wahr genommen werden können. Manchmal sind Tiere oder Pflanzen abgebildet und manchmal sind es auch nur schnurgerade verlaufende Linien von bis zu 20 km Länge. Als Kind hatte ich das erste Mal von den Nazca-Linien in dem Buch von Erich von Däniken “Erinnerungen an die Zukunft” gelesen und fand es nun schön sie mal selbst gesehen zu haben. Aber nein, ich glaube nicht, dass die Linien außerirdischen Besuchern als Landebahnen gedient haben, wie von von Däniken in dem Buch beschrieben. Trotzdem fand ich es damals sehr spannend.

Von Nazca aus fuhren wir weiter nach Pisco um die nahegelegenen Islas Ballestas und die Halbinsel Paracas mit ihren vielen Robben, Pelikanen und Pinguinen zu besichtigen, was gleichzeitig die letzte Sehenswürdigkeit unserer Reise durch Peru war.

Ich sitze im Cockpit beim Flug über die Nazca-Linien

Im Cockpit beim Flug über die Nazca-Linien


Nazca-Linien: Der Affe

Nazca-Linien: Der Affe


Nazca-Linien: Die Spinne

Nazca-Linien: Die Spinne


Nazca-Linien: Baum, daneben Autos, Straße und Turm

Nazca-Linien: Auf diesem Bild hat man mal einen Vergleich um die Größe der Linien einschätzen zu können


Pelikan

Pelikan


Leuchter

Leuchter, auf dem Weg mit dem Boot zu den Islas Ballestas


Islas Ballestas mit abertausenden von Vögeln

Islas Ballestas: Das Schwarze rechts oben sind Vögel


Zwei Robben beim Sonnen

Zwei Robben beim Sonnen


Robbenkolonie

Robbenkolonie

Geschrieben am 19. März 2009 , Peru Tags: , , , , ,

Von Puno aus fuhren wir nachts mit dem Bus bis nach Cusco um von dort eine Tour zu Machu Picchu zu buchen. Der “echte” Inka-Trail ist ja schon immer für mehrere Monate ausgebucht, da er auf 500 Personen am Tag begrenzt ist. Aber die Veranstalter vor Ort haben sich einige Alternativen einfallen lassen. Wir buchten eine viertägige Tour die mit Downhill-Mountainbiken begann und nach einer mehrtägigen Wanderung bei Machu Picchu endete. Unsere kleine Gruppe bestand hauptsächlich Israelis, noch einem deutschen Pärchen, zwei Amerikanerinnen und einem Schweizer. Am ersten Tag werden wir morgens auf einen Pass (Abra Malaga) in über 4300 Metern Höhe gefahren. Dort werden die Bikes vom Bus geladen und die Helme verteilt. Wie erwartet waren die Mountainbikes gerade noch so fahrtüchtig aber wir hatten ja Helme auf! Also schwangen wir uns in auf den Sattel und fuhren ab ins Tal. Wider erwarten fuhren wir die meiste Zeit auf geteerten Straßen in Serpentinen den Berg hinunter und kürzten nur manchmal die Bögen querfeldein ab. Zum Glück war fast kein Verkehr auf der Straße. Zum Glück auch für die Israelis, die fast alle zu unserem großen Erstaunen kaum Fahrrad fahren konnten. Interessant war die Veränderung des Klimas während der Abfahrt. Oben am Pass lag noch etwas Schnee, es nieselte und wir trugen fast alle Klamotten die wir für die Tour dabei hatten. Nach etwa vier Stunden permanentem bergab fahren auf knapp über 1000 Höhenmeter war das Klima tropisch feucht und heiß. Am nächsten Tag wanderten wir ein Stück des Inka Trails und meist entlang eines Flusses und sahen dort noch deutliche Spuren vom letzten katastrophalen El Nino. Ganze Dörfer wurden weg geschwemmt und später umgesiedelt. Der erste Wandertag endete dann entspannt in den heißen Quellen von Santa Teresa. Von dort ging es weiter bis nach Aguas Calientes, dem Ausgangspunkt eines Besuches von Machu Picchu. Eine gute Strecke des Weges wurde auf Schienen zurückgelegt und dabei umrundeten wir quasi Machu Picchu ohne es zu sehen. Eine kurze Nacht später, wir standen bereits um vier Uhr in der Nacht auf, wanderten wir in der Dunkelheit hinauf zur Ruinenstadt.

Martina auf dem Mountainbike auf der Passstraße

Start der Tour bei 0 Grad Celcius oben auf dem Pass


Mit dem Fahrrad durch den Fluß

Vier Stunden Downhill


ich mit Helm, Fahrradhandschuhen und Fliegerbrille im peruanischen Dschungel

4000 Höhenmeter später: tropisch


Kleines Feld mit Kokapflanzen

Kleine Pflanzenkunde (1): Kokaanbau im peruanischen Dschungel


Kaffeepflanze

Kleine Pflanzenkunde (2): Wilder Kaffee


Hanf-Pflanze (Cannabis)

Kleine Pflanzenkunde (3): Ist das Hanf? Schön mitten im peruanischen Dschungel im Topf gezogen.


Ein ... Was ist das??

Ein ... Was ist das??


Peruanische Küche mit Meerschweinchen auf dem Boden

Sieht aus wie eine Kulisse ist aber eine peruanische Küche. Man beachte die Mehrschweinchen auf dem Boden die die herunterfallenden Reste futtern. Bei Bedarf landen die aber auch selbst im Kochtopf!


Die Gleise nach Aguas Calientes entlang

Die Gleise nach Aguas Calientes entlang


Machu Picchu in mit Berggipfel Huayna Picchu im Hintergrund

Machu Picchu in mit Berggipfel Huayna Picchu im Hintergrund


Aussicht vom Huayna Picchu auf Machun Picchu

Aussicht vom Huayna Picchu auf Machun Picchu


Inkamauer in Cusco

Inkamauer in Cusco

Geschrieben am 15. März 2009 , Peru Tags: , , , , , , , , ,

Nachdem wir uns ein bisschen Arequipa angeschaut haben, shoppen waren und ein bisschen Gepäckneuorganisation betrieben haben buchten wir im Hostel eine dreitägige Tour in den Colca Canyon. Um vier Uhr in der Früh wurden wir und ein paar andere Teilnehmer mit einem kleinen Bus abgeholt und fuhren erst einmal mehrere Stunden bis nach Cabanaconde, von wo aus die Tour losgehen sollte. Am Cruz del Condor, auf 3700 Metern Höhe, gab es einen Zwischenstopp um an diesem Aussichtspunkt Kondore zu beobachten. Leider sahen wir keine. Es war wohl nicht die beste Jahreszeit zur Beobachtung dieser riesigen Vögel.
In Cabanaconde wurden wir vom Busfahrer ausgeladen und der eine Guide der mit an Board war wusste nur, dass er nicht unser Guide war sondern der der Zweitagestour-Gruppe. So standen wir verlassen erstmal in aller Frühe in der Stadt und rätselten. Weitere Mitreisende wurden von weiteren Guides abgeholt. In der Zwischenzeit hatten wir zumindest schon einmal geklärt, wer alles an der Dreitagestour mitmachen wird. Nach etwa einer Stunde stellte sich ein gewisser Roy als unser Guide vor und erklärte es gäbe jetzt erst einmal Frühstück. Das ließ dann wieder eine Stunde auf sich warten denn eigentlich brauchte es ja kein Frühstück mehr sondern gleich ein Mittagessen und darauf war nun wirklich keiner vorbereitet gewesen. Irgendwann brachen wir dann tatsächlich auf wanderten durch große Maisfelder zum Abstieg in den Canyon. Dabei erzählte Roy viel über Mais und fragte uns wiederum über das Oktoberfest aus. Besonders interessant fand die Umrechnung des Preises für eine Mass Bier in peruanische Sol.
Nachdem wir ein paar Kilometer Abstieg ins Tal hinter uns hatten und schon bei mehreren großen Vögeln nachfragten ob dies denn Kondore seien tauchten plötzlich wirklich noch welche auf und kreisten in den Schluchten umher. Diese waren zugegebenermaßen aber nicht spektakulärer als es die reine Aussicht ohnehin schon war. Der Canyon ist teilweise über 3000 Meter tief und damit fast doppelt so tief wie beispielsweise der berühmte Grand Canyon. Nur fallen die Wände hier nicht so imposant senkrecht ab. Trotzdem ist der Weg hinunter relativ steil und wegen der dünnen Luft anfangs sehr anstrengend. Mir setzt die Höhe weniger zu als meiner Freundin und ich trage guten Mutes den schweren Rucksack. Ich werde im Urlaub nämlich gerne krank, mit Vorliebe auch während mehrtägiger Wanderungen. Leider erwischt es mich auch diesmal. Wir sind eigentlich schon im Tal angelangt und müssen nur noch relativ eben zur Hütte für die Nacht laufen da bekomme ich von einer Minute auf die andere Fieber und fühle mich sehr schwach. Eine halbe Stunde später kann ich kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen. Zum Glück haben wir dann bald die Hütte erreicht und ich kann mich hinlegen. Da es keine andere Möglichkeit gibt muss ich auch am nächsten Tag den ganzen Tag laufen. Dort im Canyon gibt es weder nennenswerte Dörfer noch Strom oder Empfang irgendeiner Art und auch keine Straßen oder Autos. Also schleppe ich mich zur nächsten Unterkunft, genannt – die Oase. Dort gibt es heiße Quellen und die Hütten haben einen Swimmingpool mit lauwarmen Wasser zum Baden. Für den letzten Tag lasse ich mir ein Maultier oder Muli oder sowas kommen und trenne mich unter Schmunzeln meiner Freundin von der Gruppe weil ich befürchte, den Weg von ganz unten vom Fluss bis zum oberen Rand des Canyons nicht zu schaffen. Das ist aber auch ein Bild – ich mit Rucksack auf so einem kleinen Tier.
Auf dem Rückweg nahmen wir noch ein Bad in den heißen Quellen nahe Chivay und besuchten kurz die Stadt. Danach ging es zurück nach Arequipa und von dort mit dem Bus weiter bis nach Puno an den Titicacasee.

Terassen im Colca Canyon

Terassen im Colca Canyon

Basaltwand im Colca Canyon

Basaltwand im Colca Canyon

Trekking durch den Colca Canyon

Trekking durch den Colca Canyon

Oase im Colca Canyon am Fluß

Oase im Colca Canyon - kein Strom aber beheizte Pools

Puno ist wahrlich keine schöne Stadt. Eigentlich wollte ich auch bis nach Copacabana in Bolivien fahren, was ebenfalls am Titicacasee liegt aber wir hatten Befürchtungen, dass uns dann die Zeit zu knapp wird für eine Wanderung zu Machu Picchu. Also besuchten wir von Puno aus die Insel Taquile und die schwimmenden Insel der Urus. Etwa fünf Kilometer von Puno entfernt leben dort noch ein paar hundert Menschen auf Inseln die sie selbst aus Schilf gebaut haben. Das diente ursprünglich zum Schutz, denn die Inseln schwimmen und können weg bewegt werden. Heute gibt es diese Inseln wohl nur noch für Touristen und viele der Urus leben an Land in Puno.

Leben in Puno

Leben in Puno

Ich stehe auf einer der schwimmenden Inseln der Uros auf dem Titicacasee, die aus Schilf geflochten sind

Auf den schwimmenden Inseln der Uros auf dem Titicacasee


Torbogen auf der Insel Taquile

Auf der Insel Taquile, der Insel der strickenden Männer, wie sie auf Grund der überwiegend von Männern ausgeführten Handarbeit genannt wird.


Ein Lama

Ein Lama

Geschrieben am 09. März 2009 , Peru Tags: , , , , , , ,

Nach einer nicht enden wollenden Tortur von Flügen mit American Airlines und Lufthansa, die beide über kein individuelles Entertainment-System an Board verfügten, was sonst meine Flugangst etwas lindert, kamen wir mitten in der Nacht in Lima an und quartierten uns in einem Hostel in Miraflores ein. Trotz Dunkelheit fiel auf, wie aufwändig das Hostel geschützt wurde und das in einem der besseren Stadtteile Limas. Eine hohe Mauer mit Stacheldraht und eingemauerten Glasscherben umgab das Gebäude. Zusätzlich wurde das Hostel von mehreren Kameras überwacht und die Fenster hatten dicke Stahltüren zum vorziehen. Nachdem wir eincheckten sind wir sofort ins Bett und vor lauter Müdigkeit augenblicklich eingeschlafen. Als wir gut ausgeschlafen wieder erwachten war es stockdunkel und auf den Gängen des Hostels wie ausgestorben. Wir hatten das Zimmer nur für eine Nacht und bekamen Angst den ganzen Tag verschlafen zu haben. Auch brachten uns unsere Uhren nicht weiter. Wir wussten nicht, ob wir sie schon umgestellt hatten oder nicht und wenn ob auf die richtige Zeit – in die richtige Richtung. Im Halbschlaf fanden wir ziemlich lange keine Lösung. Wir entschieden uns einfach mal zu hause anzurufen und zu fragen wie viel Uhr es wohl dort ist. Es schadet ja auch nicht zu sagen, dass man gut angekommen ist. Wir fanden dann raus, dass es tatsächlich mitten in der Nacht war. Allerdings in der gleichen Nacht in der wir ankamen, da wir nur etwa zwei Stunden geschlafen hatten. So was ist mir auch noch nicht passiert.
Nach kurzem Aufenthalt in der Stadt ging es mit dem Bus die Panamericana Richtung Süden bis nach Ica. Nicht weit von Ica entfernt liegt nämlich die Oase Huacachina. Zwischen über hundert Meter hohen Sanddünen liegt da mitten in der Wüste ein von Palmen umrandeter See. Da wohl gerade keine Hochsaison war, befanden sich außer und keine Gäste im Hostel unserer Wahl. Gut, dass ich von Lima aus angerufen und gefragt habe ob wir noch ein Zimmer haben können. Sonst waren in Huacachina viele Peruaner aus Lima, die sich ein verlängertes Wochenende gönnten. Eine der Hauptattraktionen neben der schon beeindruckenden Oase sind die allabendlichen Sandbuggy-Touren. Wenn die Sonne nicht mehr ganz so schlimm vom Himmel knallt bringen diverse Veranstalter mit selbst gebauten Sandbuggys Touristen in die Wüste zum Sandboarden. Diese Fahrzeuge bestehen aus einem Käfig mit vier ordentlich breiten Reifen unten dran und einem dicken V8 Motor und erinnern irgendwie an Mad Max, wozu die Landschaft auch ihren Teil beträgt. Wir machten auch eine solche Tour mit, schnallten uns an der ersten Düne das Sandboard unter die Füße und versuchten wie mit dem Snowboard runter zu fahren. Das gelang sogar ein bisschen aber viel mehr Spaß machte es, sich mit dem Bauch auf das Sandboard zu legen und Kopfüber die Dünen herunter zu fahren. Der Buggy brachte uns zu immer größeren und steileren Dünen und zum Schluss sausten wir mit über 80 Sachen über den Sand, der sich bei der Geschwindigkeit wie Beton anfühlte. Da blieben auch blutige Schürfungen an den Armen nicht aus. Im Pool des Veranstalters versuchten wir uns vom Sand zu befreiten der nun wirklich überall an uns war. Da ahnten wir noch nicht, dass das in den nächsten Wochen das letzte Mal gewesen sein wird, dass wir Wetter fürs Baden hatten, denn wir fuhren die nächste Nacht weiter bis nach Arequipa, das schon auf 2300 Metern in den Bergen liegt. Dort sind die Temperaturen schon deutlich niedriger als an der heißen Küste aber es herrscht dort meist ein sehr angenehmes Frühlingsklima.

Ich mit Sandboard in der Wüste

Vorm Sandboarden


Erster Sandboarding Versuch

Erster Sandboarding Versuch


Der Mad-Max-Memorial-Buggy

Der Mad-Max-Memorial-Buggy


Oase Huacachina mit riesiger Sanddüne dahinter

Oase Huacachina


Oase Huacachina

Oase Huacachina

Geschrieben am 02. März 2009 , Peru Tags: , , , ,

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