Ein total irrer Taxifahrer der die ganze Zeit “Hitler, Hitler – good fighting” gerufen hat als er herausbekam, dass ich aus Deutschland komme hat mich zum Stesen Sentral gebracht. Die Strecke kam mir diesmal sehr sehr lange vor während der Taxifahrer mit mir diskutieren und wissen wollte warum ich den nicht so gut finde. Er hats nicht verstanden. Nach diesem einschneidenden Erlebnis hab ich mich immer als Däne ausgegeben wenn ich von Taxifahrern nach meiner Nationalität gefragt wurde. Holländer lag natürlich auch nah ist aber möglicherweise auch ungünstig: Wikipedia: Malakka – Geschichte

Nun denn, vom Hauptbahnhof bin ich nach Jerantut gefahren und von dort mit Bus und Boot nach Kuala Tahan. Kuala Tahan liegt durch einen großen braunen Fluß getrennt auf der anderen Seite des Taman Negara, was nichts anderes heißt als Nationalpark. Dieser liegt in mitten eines 130 Millionen Jahre alten Regenwaldes. Einem der ältesten primären Regenwälder die noch übrig sind. Neben diversen Touren, wie Nachtwanderungen oder Safaries gibt es im Park ein Highlight, den Canopy-Walk. Dieser befindet sich bis zu 45 Metern in den Baumkronen und ist über 500 Meter lang. Echt ein tolles Erlebnis. Besonders beeindruckend ist seltsamer Weise der Blick nach oben. Man befindet sich bereits 45 Meter im Baum und selbiger erstreckt sich nochmal mindestens die gleiche Strecke dem Himmel entgegen. Wahnsinn!

Ich auf einer Hängebrücke des Canopy Walk

Hängebrücke des Canopy Walk


Lustig sind hier auch kleine Blutegel, die nicht wie bei uns im Wasser schwimmen sondern einfach auf dem feuchten Boden leben und ihren Hals nach oben recken auf der Suche nach Blut. Viele hatten die Beine nach einer Wanderung im Dschungel voll und tauschten Tipps aus, wie man sie am besten entfernt. Feuerzeug dranhalten zum Beispiel. Danach sieht man furchtbar aus, weil das dünne Blut, vermischt mit Schweiß einem in Strömen das Bein entlang fließt. Halb so schlimm, macht aber ein geiles Foto. Selbst nach drei Tagen hat mich keines dieser Mistviecher gebissen. Ich hab mir einmal einen in die Socken gesteckt und bin weiter gelaufen. Als ich wieder nachgeschaut habe war er natürlich weg.
Ich, ziemlich dünn geworden

Dünn geworden


Ohne Blutegelerinnerung bin ich zurück nach Kuala Lumpur gefahren. Ich hab es dann tatsächlich nochmal auf die Twin Towers geschafft und hatte schon Pläne meinen Geburtstag mit Leuten die ich aus dem Guesthouse kannte in einem edlen Club zu feiern der auf einem der höchsten Hotels der Stadt liegt. Abends bekam ich dann allerdings recht plötzlich recht hohes Fieber. Mir gings so schlecht, dass ich mich von einem Taxifahrer in ein gutes Krankenhaus habe fahren lassen. Der Arzt untersuchte mich kurz (in etwa Rachen gucken, Blutdruck, fertig) und stellte die Diagnose Lebensmittelvergiftung. Okay.
Der nächste Morgen beginnt wieder mit über 40 Grad Fieber trotz Medikamenten. Ich bekomme es richtig mit der Angst zu tun und will jetzt unbeding einen Malaria-Test machen lassen. Die Besitzerin des Guesthouse begleitet mich in ein nahegelegenes Krankenhaus da sie eh was für ihre Mutter abholen möchte. Sie macht mir noch Mut und meinte wenn ich Malaria hätte wäre ich am nächsten Tag bestimmt in der Zeitung, das käme nämlich da wo ich wo war nicht mehr vor. Stimmt glaube ich nicht ganz aber ich hatte wirklich keine. Oder es war noch nicht nachweisbar! Der Arzt diagnostiziert diesmal nach zweimal mit dem Finger auf den Bauch klopfen eine Lebensmittelvergiftung. Strange!

Am nächsten Tag nehme ich, obwohl es mir noch immer beschissen geht den Nachtzug nach Singapur.

Über einen Abstecher auf Koh Phi Phi, hauptsächlich um einmal “The Beach” zu sehen, ging es mit Umsteigen und kurzem Aufenthalt in Hat Yai schnurstracks Richtung Kuala Lumpur. Und was schaut man sich in KL als ersten an: die Petronas Twin Towers natürlich! Als wir dort ankamen gab es für diesen Tag allerdings keine Tickets mehr, wir sollen am nächsten Tag um 8:30 Uhr wieder kommen. Es werden täglich nur ein paar hundert Personen nach oben gelassen, dafür kostet es aber nichts. Wir haben uns dann stattdessen die Stadt über den Fernsehturm von oben angesehen. Der Aussichtspunkt ist glaube ich sogar höher als die Brücke der Twin Towers. Und auf einem Berg steht er auch noch.

The Beach

The Beach


Am nächsten Tag betraten wir dann um kurz nach halb neun das Gebäude um mit Schrecken festzustellen, dass sich vor dem Ticketschalter schon jetzt eine lange, gewundene Schlange gebildet hatte. Als wir mit Mühe das Ende gefunden hatten stellte just in diesem Moment ein Mitarbeiter ein Schild hinter die Schlange, das darauf hinwies, das für heute wieder Schluss sei. Morgen also um 7 Uhr da sein. Diesmal haben wir als Ersatzattraktion das sich im gleichen Gebäude befindliche Aquarium angesehen. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die teil nach oben offenen Becken, die es erlauben Kofferfische, kleine Haie und Rochen anzufassen (falls man sie erwischt).

Ich mach es kurz: Montags sind die Twin Tower ebenfalls nicht für Besucher geöffnet.

Ohne es zusammen auf die Türme geschafft zu haben verließ mich meine Freundin. In Richtung Singapur. Und von dort nach Hause – für sie ging die Schule wieder los.

Geschrieben am 17. September 2006 , Malaysia Tags: , , ,

Von Surathani aus ging es mit dem Bus weiter Richtung Süden nach Phang Nga. Der Ort ist ein recht verschlafenes Nest und trotz seiner Nähe zum berühmten James Bond Felsen verirren sich nur wenige Touristen hier her. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Roller um die Stadt zu erkunden. Wir bekommen schließlich vom Gästehaus einen ausgeliehen. Ein kleines Highlight von Phang Nga ist einer dieser 90° aus dem Boden schießender Karstberge. Einer von diesen Bergen am Rand der Stadt ist einmal quer von einem Fluss durchzogen, der dort eine sehr lange Höhle gebildet hat. Es gibt recht günstige Führungen, die auch von einheimischen Schulklassen gerne in Anspruch genommen werden. Ausgerüstet mit einer Lampe auf der Stirn gehts zu erst mit dem Canadier, dann mit dem Bambusfloss und später per pedes durch die immer enger werdende Höhle. Oft schreckt man dabei etwas tief hängende Fledermäuse auf. Dann gilt es auf keinen Fall mit offenem Mund und Augen nach oben gucken! Wir haben es, da wir nur zu zweit waren bis fast ganz durch geschafft. Etwa 30 Meter haben noch gefehlt die aber ohne Hilfsmittel (Leiter war kaputt) nicht zu begehen waren. Der hintere Teil war ohnehin schon schwierig zu erreichen. Oft mussten wir unter sehr tief hängenden Stalagtiten durch den Bach robben und den Fledermäusen ausweichen.

Karstberg

Karstberg in Pangh Nga


Über eine kleine Agentur haben wir ein uns eine Fahrer mit einem dieser Longtailboats gemietet der uns durch die weiten Labyrints der Mangrovensümpfe zum James Bond Felsen bringt. Der sieht zwar ganz erstaunlich aus, war aber auch eines der viel besuchten Ziele Thailands.
James Bond Felsen

James Bond Felsen


Die meisten Touristen kamen direkt mit dem Boot von Phuket. Auf dem Rückweg haben wir an einem muslimischen Fischerdorf Halt gemacht, das direkt und ausschließlich auf Stelzen und Booten ins Wasser gebaut ist. Das einzige Stück Land ist einer dieser unzugänglichen senkrechten Berge. Daher steht wohl auch seit ein paar Jahren dieses Schild da. Keine Ahnung was die damals gemacht haben und wie schlimm es das ungeschützte Dorf getroffen hat.
Schild: Tsunami Evacuation Route

Tsunami Evacuation Route

Geschrieben am 14. September 2006 , Thailand Tags: , , ,

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