Mit Qatar Airways sind wir im Februar 2008 zu einem vierwöchigen Urlaub nach Südostasien aufgebrochen. Für einen günstigen Flug nahmen wir in Kauf in Doha, wo die Fluglinie ihr internationales Drehkreuz betreibt, eine Nacht auf dem Flughafen zu verbringen. An sich ist das gar nicht so übel, es gibt sogar Ruhe- bzw. Schlafräume mit annehmbaren Liegesitzen. Das einzige Problem ist, dass man dort mit kulchenden und hustenden Scheichs (und anderen Arabern) auf kleinstem Raum rumhängt. Zum Problem sollte das allerdings erst ein paar Tage später werden. Wir waren kurz in Bangkok einkaufen und fuhren recht bald weiter nach Ayutthaya, da wir die Stadt aus früheren Reisen bereits kannten. Ayutthaya war bis 1767 quasi die Hauptstadt Thailands, damals Königreich Ayutthaya. Bis es dann durch die birmanische Armee eingenommen wurde. Heute sind von den ganzen Tempeln der Stadt nur noch die Ruinen übrig, diese aber sehr zahlreich und teilweise noch immer prächtig aussehend.

Buddha im Baum verwachsen

Ayutthaya


Nachdem wir einen Tag die Tempelanlagen angeschaut hatten bekam meine Freundin als erste am Abend Kopfschmerzen, Fieber und wurde von Übelkeit geplagt. Zuerst dachten wir an einen Hitzeschlag, da wir auch dummerweise den ganzen Tag ohne Schutz durch die sengende Sonne liefen. Aber am nächsten Tag hatte ich mit den gleichen Symptomen zu kämpfen. Also fuhren wir statt sofort in den Khao-Yai-Nationalpark wieder zurück nach Bangkok um wieder gesund zu werden. Das sollte eine Weile dauern denn es entwickelte sich eine ordentliche Grippe mit über 40 Fieber. Dafür kenne ich jetzt zwei weitere Krankenhäuser in Bangkok, von denen allerdings nur das Bumrungrad International Hospital empfehlenswert ist. Ich glaube der Standard dort ist höher als in deutschen Krankenhäusern. Wir zogen aus dem Hostel aus und nahmen uns ein Hotel in der Innenstadt. Eine Klimaanlage und ein Fernseher sind nämlich prima und eine ganz feine Sache wenn man todkrank ist. Es hat exakt ganze Woche gedauert bis wir wieder einigermaßen fit waren und das Fieber weg, so dass wir uns endlich mit dem Bus auf den Weg zum Nationalpark Khao-Yai machen konnten. Vom Reiseführer wurde für Reisende in Richtung Kambodscha die Palm Garden Lodge empfohlen, die in der Nähe des südlichen Parkeingangs am Highway 33 von Bangkok nach Aranyaprathet liegt. So kann man einfach wieder in den gleichen Bus steigen und weiter zur Grenze fahren. Schwierig ist nur, den Absprung zur Lodge zu finden. Vom Hostel aus haben wir eine Tagestour in dem Park unternommen. Das war soweit ganz nett, wir waren ein paar Stunden wandern, sahen den Wasserfall aus dem Film “The Beach” und ein paar Affen. Das große Highlight begann allerdings erst mit der Dämmerung. Wir fuhren zu einem kleinen Berg in dem es eine ebenso kleine Höhle gab. Bei Sonnenuntergang aber schwärmen aus dieser kleiner Höhle Millionen von Fledermäusen nach und nach aus in Richtung Nationalpark wo sie Nachts Insekten fressen. Ein ganz großes Spektakel! Der Fledermauschwarm riss für über eine Stunde nicht ab. Auf dem Rückweg zur Lodge lief uns dann noch eine Elefantenkuh mit ihrem Jungen direkt aus dem dichten Busch vors Auto und graste dann am Straßenrand.

Kao Yai: Der Flug der Fledermäuse
Fledermäuse schwärmen wie am Band aufgereiht durch den Himmel

Fledermausschwarm

Von Surathani aus ging es mit dem Bus weiter Richtung Süden nach Phang Nga. Der Ort ist ein recht verschlafenes Nest und trotz seiner Nähe zum berühmten James Bond Felsen verirren sich nur wenige Touristen hier her. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Roller um die Stadt zu erkunden. Wir bekommen schließlich vom Gästehaus einen ausgeliehen. Ein kleines Highlight von Phang Nga ist einer dieser 90° aus dem Boden schießender Karstberge. Einer von diesen Bergen am Rand der Stadt ist einmal quer von einem Fluss durchzogen, der dort eine sehr lange Höhle gebildet hat. Es gibt recht günstige Führungen, die auch von einheimischen Schulklassen gerne in Anspruch genommen werden. Ausgerüstet mit einer Lampe auf der Stirn gehts zu erst mit dem Canadier, dann mit dem Bambusfloss und später per pedes durch die immer enger werdende Höhle. Oft schreckt man dabei etwas tief hängende Fledermäuse auf. Dann gilt es auf keinen Fall mit offenem Mund und Augen nach oben gucken! Wir haben es, da wir nur zu zweit waren bis fast ganz durch geschafft. Etwa 30 Meter haben noch gefehlt die aber ohne Hilfsmittel (Leiter war kaputt) nicht zu begehen waren. Der hintere Teil war ohnehin schon schwierig zu erreichen. Oft mussten wir unter sehr tief hängenden Stalagtiten durch den Bach robben und den Fledermäusen ausweichen.

Karstberg

Karstberg in Pangh Nga


Über eine kleine Agentur haben wir ein uns eine Fahrer mit einem dieser Longtailboats gemietet der uns durch die weiten Labyrints der Mangrovensümpfe zum James Bond Felsen bringt. Der sieht zwar ganz erstaunlich aus, war aber auch eines der viel besuchten Ziele Thailands.
James Bond Felsen

James Bond Felsen


Die meisten Touristen kamen direkt mit dem Boot von Phuket. Auf dem Rückweg haben wir an einem muslimischen Fischerdorf Halt gemacht, das direkt und ausschließlich auf Stelzen und Booten ins Wasser gebaut ist. Das einzige Stück Land ist einer dieser unzugänglichen senkrechten Berge. Daher steht wohl auch seit ein paar Jahren dieses Schild da. Keine Ahnung was die damals gemacht haben und wie schlimm es das ungeschützte Dorf getroffen hat.
Schild: Tsunami Evacuation Route

Tsunami Evacuation Route

Geschrieben am 14. September 2006 , Thailand Tags: , , ,

Nach ein paar Tagen Erholung in Chiang Mai mit Besuch der 1200m hoch gelegenen Tempelanlage Wat Doi Suteh und des wenig sehenswerten Zoos ging es mit dem Nachtzug wieder zurück nach Bangkok. Dort haben wir noch Wat Pho nachgeholt und den 45m langen liegenden Buddha und die Anlage besichtigt.
Am nächsten Tag sind wir 3. Klasse nach Chumpong gegurkt. Anders kann man die achtstündige Fahrt im recht vollen, engen und heissen Zug kaum nennen.

Dafür fuhr direkt im Anschluss die Nachtfähre, auch als schwimmende Jugendherberge bekannt, nach Koh Tao. Gut, dass die Nachtfähre eine Nachtfähre ist und als solches Nachts in der Dunkelheit fährt. Sonst wäre uns bei der Überfahrt sicher noch etwas mulmiger gewesen und ich hätte nicht gut geschlafen in der Jugendherberge.

Fähre von Chumpon nach Koh Tao

Schwimmende Jugendherberge wird sie genannt - ein schwimmendes Wrack ist es


Koh Tao ist super. Wir haben uns für die relativ kleine und ruhige Bucht Aow Tanote entschieden, da wir hofften dort auf Freunde zu treffen, die wir beim Trekking in Chiang Mai kennen gelernt haben. In der Bucht gibt es nur drei bis vier Anlagen mit vielen Bungalows direkt am Meer und zwei Tauchschulen. Aber das beste ist das Korallenriff direkt in der Bucht in dessen Mitte ein riesiger runder Felsbrocken aus dem Wasser ragt. Ein absolutes Paradies für Schnorchler mit Papageien-, Drücker-, Clownfischen und so weiter. Teilweise ist das Riff so nahe am Strand, daß man bei Ebbe kaum drüber schwimmen kann. Bei einem Schnorchelausflug bei Sonnenaufgang haben wir auch ein paar Schwarzspitzen-Riffhaie gesehen.
Koh Nang Yuan

Koh Nang Yuan


Nach einer Woche haben wir uns dann entschieden weiter zureisen, da die Insel zwar super ist, man mit dem Roller nach ein paar Tagen doch fast alles gesehen hat. Dem Boot nach Surathani
stand ich kurz noch skeptischer gegenüber als der rostigen Autofähre die und auf die Insel brachte – es war alt und aus Holz. Mit dem Gedanken, daß Holz wenigsten in jedem Zustand schwimmt bin ich dann doch zufrieden auf meiner 40 Zentimeter breiten Matratze eingeschlummert…
Aow Tanote von oben

Aow Tanote von oben

Geschrieben am 30. August 2006 , Thailand Tags: , , , , , , , , , , ,

Nach dem im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubendem Großstadtdschungel Bangkok, ging es nach kurzer Zeit und erledigtem Minimalprogramm (2 bis 3 Tempel gesehen, Tuk-Tuk gefahren, Khaosan Road besucht und das ein oder andere Mal abgezockt worden) Richtung echtem Dschungel mit dem Nachtzug nach Ciang Mai. Lärm und die Angst vor Langfingern hielten mich die Nacht über ziemlich wach. Schon in Bangkok hab ich kaum geschlafen auf Grund der sehr, sehr hellhörigen Zimmer und des ständigen Lärmpegels der Stadt. Im Hostel angekommen, ließen wir uns von einer Gruppe Deutscher gleich überreden, an einer Trekkingtour drei Tage durch verschiedene Hilltribe-Dörfer und den umliegenen Dschungel teilzunehmen.

Hilltribe-Frau mit Büffel

Hilltribe-Frau mit Büffel


Nun kann man sich in etwa denken, wie die erste Nacht in einer kleinen Holzhütte, auf dem Boden schlafend und mit löcherigen Moskitonetzen abläuft. Beim ersten Anstieg am nächsten Tag, der von der Sonne ungeschützt über ein Maisfeld oder ähnliches führte, hat mich fertig gemacht. An diesem Tag konnte ich nichts mehr im mir behalten, essen oder trinken. Auf die Wanderung zum zweiten Dorf und die Umgebung mit den schönen Karst-Bergen hab ich mich leider nicht wirklich konzentrieren können. Aber im Prinzip sehr empfehlenswert so eine Trekkingtour in Nordthailand, wenn man sich etwas mehr Zeit lässt.
Wasserfall im Dschungel

Rutschfester Wasserfall


Guesthouse und Tourveranstalter in Chiang Mai: Lindas Guesthouse.

Geschrieben am 27. August 2006 , Thailand Tags: , , , , ,

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