Von Johannesburg aus fuhren wir nach Graskop in den nördlichen Teil der Drakensberge um von dort Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten des Blyde River Canyons zu machen. Es war schon dunkel als wir auf einer Mischung aus Zeltplatz und Hostel ankamen und unser Zelt aufbauten. Das war das erste mal, dass ich mein neu erworbenes Sirius II Extreme von Exped unter realen Bedingungen aufbaute. Dafür, dass es schon dunkel war gelang das eigentlich ganz gut und schnell. Leider gesellte sich in der Nacht zu den knapp 10 Grad Außentemperatur noch Nebel und Regen. Und das in Afrika! So war das Wetter auch am folgenden Tag und die ganze Aussicht, die man über den Canyon haben könnte war fürn Arsch. An God’s Window sahen wir kaum unsere Hand vor Augen.
Also begnügten wir uns damit ein bisschen spazieren zu gehen und im Ort einzukaufen. Dabei stellten wir fest, dass Rindersteaks in Südafrika ziemlich gut aussehen und unschlagbar günstig sind. Wir baten den Besitzer des Hostels den großen Grill benutzen dürfen, der auf dem Gelände rum stand und er gab uns sogar noch Feuerholz dazu. Obwohl das Grillen auf Holz sich als ziemlich schwierige Angelegenheit herausstelle, hat uns an diesem Abend das Steakfieber gepackt.

Grill

Grill


Am nächsten Tag stand eine Wanderung in den Blyde River Canyon an. Wir ließen unser Auto und Florian am Ausgangspunkt der Wanderung, den Bourke’s Luck Potholes, stehen und machten uns zu dritt auf. Florian bekam die durchzechte Nacht nicht besonders. Statt einer fünfstündigen Wanderung durch die Steppe entschied er sich, lieber die Affen am Parkplatz mit Vorverdautem zu füttern. Während der kompletten Wanderung sind wir keiner Menschenseele begegnet – es war richtig schön abgeschieden. Fast gruselig sogar, wenn einen eine Horde Affen vom Kamm des nächsten Hügels aus anschrie.
Bourke's Luck Potholes

Bourke's Luck Potholes


Valentin im Dschungelgestrüpp

Valentin im Dschungel


Ich im Blyde River Canyon

Im Blyde River Canyon

Geschrieben am 10. Juni 2009 , Südafrika

Stehe mit drei Arbeitskollegen am Flughafen in Johannesburg und kann es nicht glauben. Der Mann am Telefon sagt mir, der nahe gelegene Zeltplatz sei voll oder so. Nix mehr frei. Zwischen den Zeilen kann ich jedoch ein Och nee, Gäste? Jetzt noch oder was? heraus lesen. Unseren Mietwagen haben wir schon. Aber es ist schon dunkel, wir kennen uns nicht aus und haben die Hosen voll. Nach allem was man so von Johannesburg hört. 8O Also telefonieren wir die gelben Seiten und das Hostelverzeichnis des Lonely Planet durch bis wir bei einem Herren mit starkem Akzent im Englischen landen der aber so nett ist uns vom Flughafen abzuholen.
Der nette Mann ist schon etwas älter, heißt Heinz und kommt aus der Schweiz, odrch? Fahren ihm zur Ghandi Backpackers Lodge hinterher die zwar nahe des O.R. Tambo Airport aber in keiner guten Gegend liegt. Hohe Mauern mit Stacheldraht und Überwachungskameras wo man hin sieht. Wir stellen unser Auto in den Hof und beziehen unser Viererzimmer und finden uns erstmal in der strohbedeckten Bar ein. Dort gibt’s Bier und einen Billardtisch. Wir treffen auf Niclas, einen Australier, der für Wicked Campers in Afrika unterwegs ist und das Konzept in Namibia etablieren will. Er läd uns ein mit nach Melville zu fahren, dem Viertel mit den meisten Kneipen, Bars und sonstigem Nachtleben.

Niclas hat sicher 5,6 Bier mehr als wir und vielleicht auch schonwas geraucht. Aber das spielt auch kaum eine Rolle. Wir rasen zu sechst im Kleinbus einmal quer durchs nächtliche Johannesburg. Tempolimit und rote Ampeln gibt es nicht. Wahrscheinlich würden wir von der Polizei angehalten wenn wir an einer halten würden. Viel zu gefährlich. Aus den Boxen dröhnen The Killers, also Musik lauter auf und durch: Ready? Let’s roll onto something new…

Wir landen in der 7th Street in Melville, drinken günstige Cocktails am offenen Kamin, kaufen komische Hüte, essen und feiern. In Rat’z Bar verlieren wir dann irgendwann die Kontrolle über unseren Fahrer. Während wir ins Gespräch mit zwei Südafrikanischen Pärchen kommen, die Niclas von irgendwo her kannte, von denen uns aber nur in Erinnerung geblieben ist, dass sie Schwarze an sich ganz okay finden, zumal sie selbst auch welche als Haushaltshilfen beschäftigen, verschwindet er selbst sternhagelvoll mit einem blonden Mädel knutschend in der Ecke und sieht nicht so aus als wolle er uns noch vorher nach Hause fahren.
Wie sind wir überhaupt hier rein geraten? Ach ja, der Flug war verdammt günstig (knapp über 400 Euro) und keiner hat Nein gesagt.
Zurück gefahren ist dann schließlich doch Heinz. Andere wären völlig zugedröhnt aber ich glaube Heinz verträgt was. Was für eine Nacht! Was für ein Start in den Urlaub?

Drei Informatiker/Backpacker beim Autoverleih

Ob die uns ein Auto geben?


Bilder der Überwachungskameras

Den Block im Blick - Rechts oben: unser Auto, rechts unten: der Wicked Camper


Valentin und ich posieren mit lustigen Hüten

Dummen Hut gekauft in Melville


vlnr. Heinz, Felix, Valentin und ich

vlnr. Heinz, Felix, Valentin und ich


Niclas (Jack)

Niclas (Jack)

Geschrieben am 07. Juni 2009 , Südafrika Tags: ,

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